18/19.06.2016 – 116. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften und Jugend-Staffelmeisterschaften

6. Meistertittel sicherte 2. Olympiafahrkarte für Nadine Müller

Es waren im wahrsten Sinne des Wortes heiße Meisterschaften in der Leichtathletik vor gut einer Woche in Kassel. Nicht nur der Wettergott meinte es gut, sondern auch die Sportart selbst mit vielen spannenden Wettkämpfen, Emotionen, Siegern und Verlierern sowie einigen Pannen in den Wettkampfabläufen.

Von allem unbeeindruckt zeigte sich Nadine Müller deren Körpersprache und Gesamtauftreten schon beim Einwerfen signalisierten, dass sie an diesem Tag bestens aufgelegt und vorbereitet war. Schon im ersten Versuch griff sie voll an, warf Saisonbestleistung mit 65,79m und schockte die Mitbewerberinnen. Auch ihr zweitbester Versuch von 64,01m hätte zum Sieg gereicht! Als erfahrene Athletin kam sie auch am besten mit den Bedingungen vor Ort zurecht, hatte aber wie viele änder auch kein Verständnis für die vielen Unterbrechungen der technischen Wettbewerbe.

Am Ende überwog die Freude, nach zwei Jahren Pause wieder Chefin im Ring zu sein, den 6.Meistertitel sowie die 2. Olympiateilnahme gesichert zu haben. Das schafft Planungsfreiheit und lässt auch auf eine erfolgreiche EM- Teilnahme Anfang Juni hoffen…. Wir alle sind glücklich, dass der Standort Halle und unser Verein die erste sichere Olympiastarterin in der LA sicher haben.

Ihren vom Papier her ausgewiesen 5. Platz erkämpfte Susen Küster im Hammerwerfen mit 65,14m, konnte dabei aber die etwas schwächelnden Konkurrentinnen nicht richtig unter Druck setzen und die sich an diesem Tag bietende Medaillenchance nutzen. Schade, aber bei der DM U23 sollte sie zeigen, wer der Platzhirsch ist.

Sechste Plätze gab es durch Josephine Terlecki im Kugelstoßen(16,81m) und Julian Marquardt über 110m Hürden(13,86s). Beide hatten deutlich mehr drauf, aber Josephine kam nicht gut in den Wettkampf und konnte nicht zeigen, was sie wirklich kann. Anders hingegen Julian, der nach Saisonbestleistung von 13,73s im Vorlauf mit Selbstvertrauen in den Endlauf ging. Er riskierte viel, war allerdings zu nah an den Hürden, stürzte fast an der Achten und kam als unglücklicher Sechster ins Ziel.

In den 1500m- Vorläufen konnte sich Annett Horna erfreulicherweise für das Finale qualifizieren, zeigte dort am Ende großen Kampfgeist im Endspurt und erreichte mit einer Steigerung ihrer Laufzeit(4:21,18min) noch einen respektablen 10. Platz.

Viel vorgenommen hatte sich auch Diskus-Recke Sebastian Scheffel, der klar mit seiner ersten Finalteilnahme bei den Männern kokettierte, aber am Ende mit einem gültigen Versuch(55,98m) auf Platz 10 rangierte. Das mehr drin war, wusste er selbst, und haderte dementsprechend mit seinem Nervenkostüm und der vertanen Chance!

Am Ende gab es also Licht und Schatten und die Bestätigung des Klassikers: Meisterschaft ist Meisterschaft- Rhabarbersaft……..

Für Nadine alles Gute für Amsterdam und eine gesunde sowie erfolgreiche Olympia-Teilnahme!!

Hardy Gnewuch
Abteilungsleiter

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